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Mauern überwinden
"Mauern überwinden" wurde von Uwe Neubauer und Sascha Larrass 2014 gegründet. Uwe Neubauer ist "die Stimme der Gefangenen" und engagiert sich seit Jahren für die Rechte von Häftlingen im Strafvollzug sowie in der Forensik. Sascha Larrass ist studierter Kommunikationsdesigner. Im Rahmen seiner Abschlussarbeit entstand das Projekt.
Gefangene sind in der Regel nach Ihrer Haftzeit sich selbst überlassen. Sie werden nicht auf das „Leben nach dem Knast“ vorbereitet, wo sich während der Zeit ihrer Inhaftierung oft eine Menge verändert hat. Für Gefangene, die für lange Zeit weggesperrt waren, ist das ein großes Problem. Berechtigterweise haben sie die Befürchtung, nicht von der Bevölkerung akzeptiert zu werden und alleine auf sich gestellt zu sein. Gerade dann, wenn es keine Angehörigen mehr gibt oder wenn die Familie nichts mehr mit ihnen zu tun haben möchte. Mangelndes Selbstbewusstsein und Ausweglosigkeit sind oft der Fall, was teilweise zum Suizid führt. Die Gefahr ist groß, das Gefangene in ihr altes, oft kriminelles Umfeld kommen und wieder auf die schiefe Bahn geraten.

Das Ziel von „Mauern überwinden“ ist, Gefangene, die ihre Strafe verbüßt haben und wieder in Freiheit sind, in die Gesellschaft zu integrieren. Das gilt aber nur für diejenigen die gewillt sind, einen Neuanfang zu machen.
Disziplinen - Corporate Design, Webseite, Plakate, Flyer, Broschüre, Rauminszenierung
Meine Aufgabe - Art Direction, Konzept, Design, UI-UX Design, Text, Programmierung
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Rund 78% aller Gefangenen begehen nach Ihrer Entlassung innerhalb von 6 Jahren erneut eine Straftat. 46% landen wieder im Knast

(Quelle: Bundesministerium der Justiz, Untersuchungszeitraum 2004 bis 2010)
Rauminszenierung
Es entstand am 21. August 2016 auf dem Gelände von Utopiastadt in Wuppertal eine begehbare „Rauminszenierung“ in Anlehnung an eine Gefängniszelle. In dem Raum konnte man Platz auf einer Pritsche nehmen und Berichten von Gefangenen zuhören, Etwas abseits von dem Raum gab es einen Infostand, wo Infobroschüren ausgelegt wurden und freiwillige Helfer interessierte Menschen informierten.
In dem Raum, der größenteils abgedunkelt war, konnte man Stimmen hören – Erzählungen von Gefangenen, die ihren Alltag im Knast, ihre Erlebnisse und ihre Empfindungen beschreiben, die sie während ihrer teilweise langjährigen Inhaftierung erlebt haben. Die Berichte waren zum einen authentisch (Originalstimmen von einsitzenden Gefangenen) und zum anderen eingesprochen. Um das Gefühl von Beklemmung zu intensivieren, wurden Knastgeräusche eingespielt, die man während der Inhaftierung wahr nimmt (Schritte auf dem Gefängnisgang, Aufschließen von Türen ...). Diese wurden im Studio später den Texten beigemischt. Da zu diesem Zeitpunkt keine Häftlinge „greifbar waren“, wurden die Texte von von Uwe Neubauer und Kerstin Hardenburg eingesprochen, die abwechselnd zu hören waren. Beide sind professionelle Sprecher. Nachdem die Leute den Raum verließen, wurden ihre Eindrücke in einem Kurzinterview festgehalten. Dabei wurden ausschließlich die Stimmen aufgenommen.
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Podiumdiskussion
Wuppertal: Am 18. Oktober 2015 fand der 1. Gedenktag der Toten im Strafvollzug in den Räumlichkeiten des alten Mirker Bahnhofs „Utopiastadt“ in Wuppertal statt.
Eingeladen und anwesend waren u.a. Vertreter der Politik, wie z.B. Cornelia Weiss (Kreisvorsitzende die Linke Wuppertal), Nikolaus Kern (Landtagsabgeordneter der Piraten) sowie André Boris Moussa Schmitz (ehemaliger Häftling und Gründer der Gefangenengewerkschaft). Das Vorwort hatte Uwe Neubauer. Hintergrund des Gedenktages sind diverse Todesfälle im Strafvollzug, wo die Ursachen bis heute ungeklärt sind. Weiter ging es mit der Diskussion hinsichtlich der medizinischen Versorgung von Häftlingen. Das Wort hatte vornehmlich André Boris Schmitz, der aus seiner langjährigen Erfahrung als ehemaliger Häftling berichten konnte und die Zustände der medizinischen Versorgung in Knästen anprangerte.
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